Rechtsanwalt Trenkler
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Schiffsbeteiligungen und Anlageberatung

Rechtsanwalt Markus Trenkler, Darmstadt

Mitglied im Deutscher Anwaltverein
Schiffsbeteiligungen und Anlageberatung

Sie haben in eine Schiffsbeteiligung investiert und denken über Schadensersatz nach?

Der internationale Warenumschlag hat aufgrund der Wirtschaftskrise zu einem dramatischen Rückgang der Überseetransporte geführt. Davon ist insbesondere auch die Rentabilität für Beteiligungen an Containerschiffen betroffen.

Ihr Anlageberater hat versichert, dass die Beteiligung in einem Schiffsfonds sicher vor Verlusten ist?

In der noch vor Jahren existierenden Hochstimmung für die Wirtschaftsentwicklung haben viele Anlageberater vollmundige Aussagen gemacht und voll und ganz darauf vertraut, dass es nicht zu einem Wirtschaftsabschwung kommt

Anlageberatung bedeutet aber, dass diese objektgerecht zu erfolgen hat. Hier müssen dann im Anlageberatungsgespräch auch die Risiken für die jeweilige Kapitalanlage auf den Tisch und klar benannt werden. Andernfalls kann sich der Anlageberater schadensersatzpflichtig machen. Angaben ins Blaue hinein – auch wenn die Gesamtwirtschaft noch sogut läuft – muss niemand hinnehmen.

Jetzt stellt sich heraus, dass Ihr Investment Verluste schreibt?

Nun, sicher ist der wirtschaftliche Erfolg einer Schiffsbeteiligung an die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gekoppelt. Die andere Frage ist aber, wieviel von dem investierten Betrag tatsächlich in einem Schiff steckt.

In der Branche wird zwischen weichen und harten Kosten unterschieden. Die weichen Kosten können in extremen Fällen bis zu 40 % betragen. Bei einer Investition von 100.000 € können damit bis zu 40.000 € weiche Kosten entstehen.

Bei den weichen Kosten handelt es sich beispielsweise um Provisionen. Diese können gerade bei Schiffsbeteiligungen leicht 15 % erreichen. Weiche Kosten sind aber auch die Vergütungen, die die Initiatoren der Schiffsbeteiligungen für die Planung erhalten, die Kosten für die Beschaffung des Fremdkapitals usw.

Die weichen Kosten nehmen am Ertrag der Schiffsbeteiligungen nicht teil und sind aus der Sicht eines Anlegers verlorenes Kapital. Ein hoher Anteil weicher Kosten führt deshalb dazu, dass man mit Schiffsbeteiligungen in wirtschaftlich schwierigen Zeiten schnell in die Verlustzone rutscht. Die Kapitalanlage ist dann nicht belastbar. Auch darauf haben die Anlageberater in der Regel nicht hingewiesen. Im KG-Modell wird der Anleger mit der Schiffsbeteiligung regelmäßig zum Kommanditisten der Gesellschaft. Im Fall von Verlusten können dann durch den Komplementär Nachforderungen gegen die Kommanditisten drohen.

Aus dem Beteiligungsprospekt geht nicht klar hervor, welche Provisionen ihr Anlageberater erhalten hat?

Nun, meistens wird in der Beitrittserklärung ein Agio von 5 % ausgewiesen. Die meisten Anleger glauben, dass damit sämtliche Kosten für den Vertrieb abgedeckt sind. Tatsache ist aber, dass durch die Initiatoren eine Vertriebsgesellschaft beauftragt wird, deren Funktion in der Anwerbung von Anlegern besteht. Nicht selten erhalten diese Vertriebsgesellschaften zusätzlich 10 % und mehr an Vertriebsprovisionen.

Einige Vetriebsgesellschaften gehören den Bankorganisiationen. Dies ist auch naheliegend, denn diese Organisationen haben den Kontakt zu ihren Bankkunden und damit die geeignete Vetriebsorganisation.

Kassiert die Bank diese Vertriebsprovisionen und klärt der Anlageberater hierüber nicht auf, so macht sich die beratende Bank schadensersatzpflichtig (BGH, Urteil vom 19.12.2000, XI ZR 349/99, BGHZ 146, 235 = NJW 2001, 962 - „Kick Back I"; BGH, Urteil vom 19.12.2006, XI ZR 56/05, BGHZ 170, 226 = NJW 2007, 1876 - „Kick Back II"; BGH, Beschluss vom 20.01.2009, XI ZR 510/07, NJW 2009, 1416 -„Kick Back III"). Man spricht für solche verdeckten Provisionszahlungen durch die Initiatoren von Kick-Backs.

Mitglied in der Arbeitsgemeinschaft Bank- und KapitalmarktrechtIch habe über einige Jahre bei einer Vertriebsgesellschaft für Schiffsbeteiligungen und geschlossene Immobilienfonds gearbeitet. Mir sind die Verkaufsprospekte der Gesellschaften geläufig. Ich berate Sie gerne - Mit Recht.